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Schwach und antriebslos? Entfache dein inneres Feuer!

Agni – oder die Kraft der Transformation

Wenn du Yoga praktizierst, sollte Ayurveda ein Teil deines Lebensstils sein, da die beiden miteinander verbundenen Schwester-Systeme Hand in Hand gehen.

Heute erkläre ich dir, welche wichtige Rolle das Verdauungsfeuer (Agni) für deine Gesundheit spielt.

"Lebensspanne, Schönheit, Kraft, Gesundheit, Antrieb, Ausstrahlung, Abwehr (ojas), inneres Feuer (tejas), Digestion & Stoffwechsel (agni), der Lebensatem (prana) selbst - für all dies ist Agni die Ursache. Erlischt Agni, so stirbt der Mensch. Funktioniert es angemessen, so lebt man lang in Gesundheit; weist es Fehlfunktionen auf, so wird man krank. Deswegen wird Agni die Wurzel von allem genannt." Caraka Samhita Cikitsasthana 15.3-4

Ayurveda ist das traditionelle natürliche Heilsystem Indiens, der heilende Zweig des Yoga und der vedischen Wissenschaft, der vor Tausenden von Jahren auf alte vedische Rishis wie Bharadvaja zurückgeht. Ayurveda bedeutet die Weisheit (Veda) des Lebens und der Langlebigkeit (Ayur). Kurz: Das Wissen vom gesunden und langen Leben.

 

Ayurveda und Agni – das heilige Feuer der Heilung

In der Rigveda, dem ältesten vedischen Text, wird Leben (Ayur) als Agni oder Feuer definiert, was unsere Seele oder Lebensessenz ist. Ayurveda ist daher nicht nur eine „Feuermedizin“, sondern eine „Medizin der Seele“.

Agni (FEUER) wird im Ayurveda und im Yoga als Prozess verstanden, die beste Version seiner selbst zu entwickeln. Agni verwandelt unsere Nahrung, Erlebnisse und Erfahrungen in Energie für Körper, Geist und Seele. Wir „verdauen“ nicht nur unsere Nahrung, sondern auch all unsere Gefühle, unsere Sinneswahrnehmungen und unsere Erfahrungen. Wenn Agni nur schwach lodert, fühlen wir uns schlapp und erschöpft – körperlich wie seelisch. Unverarbeitete Emotionen sind dabei genauso gesundheitsschädlich wie unverarbeitete Nahrung. Als Folge sammeln sich Schwere und Gift in unserem Geist und unserem Körper an.

Das innere Feuer ist laut Ayurveda der Schlüssel zur Gesundheit: Wenn wir Nahrung gut verdauen, altern wir niemals :-). In dem Augenblick, in dem unser Verdauungssystem ins Wanken gerät, beginnt der Alterungsprozess einzusetzen. "Dis-Ease“, das "Fehlen von Leichtigkeit“, bestimmt dann unser Leben: Wir fühlen uns schwer, träge und erschöpft.

 

Agni = die Schaltstelle des Stoffwechsels

Vergleichen wir Agni mit der Zubereitung einer leckeren Mahlzeit: Stell dir vor, wir geben alle Zutaten roh in einen Topf zum Kochen. Ist dein Verdauungsfeuer (Agni) stark, kann das Essen zügig gekocht werden. Ist es zu stark, verbrennt das Essen. Ist dein Feuer zu schwach, bleibt Ungekochtes übrig. Ohne ausreichendes Verdauungsfeuer kann die Nahrung nicht richtig verwertet werden. Unzureichend verdaute Speisen beginnen im gastrointestinalen Trakt zu gären bzw. zu verfaulen. Im Laufe der Zeit fermentiert diese Fäulnis und Gifte verteilen sich im ganzen Körper. Diese zeigen sich z. B. in Form von schlechtem Atem, einem weißen Belag auf der Zunge oder Akne. Aber auch Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen, Magenverstimmung, Wasseransammlungen, Völlegefühl nach einer Mahlzeit, Gewichtszunahme u.v.m. können ihre Ursache in einem unzureichenden Verdauungsfeuer haben.


Woran erkennst du gesundes Agni?

  • Du hast einen normalen Appetit (Anmerkung: Gesunder Hunger beinhaltet Leichtigkeit, Klarheit und eine angenehme Erwartung des Essens, aber kein dringendes Bedürfnis nach Essen).
  • Deine Zunge ist sauber (ohne Belag).
  • An einem intensiven Geschmackserlebnis.
  • Deine Verdauung und dein Stoffwechsel sind ausgewogen.
  • Du kannst eine vernünftige Menge an Lebensmitteln problemlos verdauen.
  • Deine Entleerung funtioniert regelmäßig und normal.
  • Du leidest nicht unter Übelkeit (oder Appetitlosigkeit).
  • Deine physiologischen Körperfunktionen (= Homöostase) sind im Gleichgewicht.
  • Deine Gesundheit ist stabil, ebenso dein Gewicht.
  • Dein Blutdruck liegt im Normbereich.
  • Du schläfst tief und gut.
  • Du fühlst dich vital und voller Energie.
  • Du hast einen Überschuss an Ojas (Lebenskraft), Tejas (innere Leuchtkraft) und Prana (Lebensenergie).
  • Du bist ausgeglichen und hast ein ruhiges Gemüt.
  • Deine Wahrnehmung ist klar.
  • Mut, Klarheit und Intelligenz zeichnen dich aus.
  • Du bist fröhlich, optimistisch, begeisterungsfähig und lebenslustig.
  • An natürlicher Langlebigkeit

Die Stärke von Agni wird unweigerlich beeinträchtigt, wenn seine Qualitäten durch eine schlechte Ernährung, falsche Essenskombinationen, einen ungünstigen Lebensstil oder emotionale Störungen gedämpft werden.


Woran erkennst du, dass Agni beeinträchtigt ist?

  • Du leidest unter emotionalen Störungen, mit zunehmender Tendenz zu Angst, Angst, Ärger, Verwirrung, Lethargie oder Depression.
  • Dein Energielevel ist niedrig, du fühlst dich häufig schwach oder müde.
  • Dein Appetit ist unterdrückt oder überaktiv.
  • Deine Verdauung ist gestört durch Blähungen, Verstopfung, Übelkeit, Übersäuerung, lockerem Stuhlgang oder einem Schweregefühl.
  • Deine Nebenhöhlen, deine Lymphe oder sogar dein Geistes („Brainfog") fühlen sich oft überlastet an.

 

Meine Tipps für ein gesundes Agni:

  • Trinke ein Glas heißes bzw. warmes Wasser mit etwas Zitronen- oder Limettensaft und einer Prise Steinsalz zum Start in den Tag.
  • Vermeide Zwischenmahlzeiten.
  • Verwende scharfe, bittere Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze.
  • Frühstücke leicht zwischen 8 und 10 Uhr.
  • Nimm Deine Hauptmahlzeit zwischen 12 und 14 Uhr (frisch gekocht und leicht verdaulich) zu dir.
  • Iss vor 18 Uhr zu Abend. Dein Abendessen sollte warm und leicht verdaulich sein (gedünstetes Gemüse oder eine Suppe).
  • Meide kalte und schwerverdauliche Speisen.
  • Beträufle und iss zur Anregung von Agni 30 Minuten vor der Hauptmahlzeit eine Scheibe Ingwer mit etwas Steinsalz und Zitrone.
  • Lege ab und zu eine Nahrungspause ein. Das hält deine Verdauung stark. Am besten über Nacht für mindestens 14 bis 16 Stunden (intermittierendes Fasten).
  • Bewege dich regelmäßig und bringe deinen Körper zum Schwitzen.
  • Achte auf einen ausgewogenen Lebens-Rhythmus (z. B. Mahlzeiten, Schlafenszeiten, Ruhezeiten, etc.)
  • Als Rasayana (Kräftigungs- und Verjüngungsmittel) und zur Förderung der Verdauung bewährt sich der regelmäßige Verzehr von Triphala: eine Stunde vor dem Schlafengehen 5-6 Tabletten.


PACAKA: Verdaungsfördernder Drei-Dosha Tee

Kreuzkümmel, Koriander und Fenchel stimulieren unser Verdauungssystem und helfen dem Körper, zu entgiften.

Ich empfehle diesen Tee (KKF), den Tag über zu trinken, um Agni, das Verdauungsfeuer, leuchtend brennen zu lassen :-).

Zubereitung:

1/2 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
1/2 Teelöffel Koriandersamen
1/2 Teelöffel Fenchelsamen
4 Tassen Wasser

Bringe die Samen und das Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen und lasse den Sud dann für mindestens 15 Minuten ziehen. Trinke den warmen Tee über den Tag verteilt. So bleibt dein Verdauungssystem gesund und dein Bauch fühlt sich wohl.

 

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