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So wirkt Yoga auf dein Gehirn

Dass Yoga gegen Rückenschmerzen hilft und Stress reduziert, ist bekannt. Doch wusstest du auch schon, dass Yoga gut für dein Gehirn ist?
 
Inzwischen erforschen immer mehr Studien, welche Wirkung Yoga auf unsere grauen Zellen hat. Mit erstaunlichem Ergebnis:
 
So weist beispielsweise Malvina Garner in ihrer medizinischen Dissertation „Struktureller Effekt im Gehirn durch Hatha-Yoga“ nach, dass Yoga „[...] zu einem signifikanten Dichteanstieg der Grauen Substanz [...]“ führe. (1) Besonders ausgeprägt sei dieser im rechten Hippocampus – entscheidend für das Gedächtnis, die räumliche Orientierung und die kognitive Merkfähigkeit.
 
Auch eine Studie der Harvard University kommt zu ähnlichen Ergebnissen: „Yoga strengthens parts of the brain that play a key role in memory, attention, awareness, thought, and language.“ (2)
 
Könnte man somit schlussfolgern, dass Yoga Demenz vorbeugt?
 
Zumindest beweisen die Studien, dass Yoga mentale Funktionen verbessert und dem altersbedingten Abbau der Hirnsubstanz entgegen wirkt. Gerade bei Alzheimer verkleinert sich das Volumen des Hippocampus im Verlauf der Erkrankung stark (3). Zudem fördert Yoga die exekutiven Funktionen wie das Arbeitsgedächtnis, die Impulskontrolle oder die kognitive Flexibilität (4) - Strukturen des Gehirns, die altersbedingt oft beeinträchtigt sind.
 
Doch Yoga kann noch mehr.
 
Auch die Psyche profitiert von regelmäßigen Yoga-Einheiten. So verringert Yoga z. B. die Aktivität im sogenannten „Default Mode Network“ (DMN). Dieses Netzwerk wird aktiviert, wenn wir nichts tun, uns langweilen oder die Gedanken zu wandern beginnen. (5) Gerade Personen mit einer psychischen Erkrankung, wie Depressionen oder einer Angststörung, neigen dazu, zu grübeln oder Situationen negativ zu bewerten. Das DMN ist dann besonders aktiv.
 
Yoga lehrt, die Aufmerksamkeit auf den jeweiligen Moment zu richten. Das Ziel: Die Gedanken, Gefühle oder auch das Geschehen wertfrei zu beobachten.
Grübelschleifen – ein typisches Merkmal einer Depression – können schneller durchbrochen werden. Achtsamkeit vereinfacht es, negative Gedankenspiralen rechtzeitig zu erkennen und so einem Rückfall vorzubeugen. Insbesondere für Menschen, die bereits mehrere depressive Episoden erlebt haben, ein hilfreicher Aspekt. (6)
 
Hinzu kommt, dass Meditation die Aktivität der Amygdala verringert, dem sogenannten Angstzentrum im Gehirn (7). Wir reagieren entspannter, bewerten Situationen positiver und lassen uns nicht mehr so leicht von negativen Emotionen davon tragen. Yoga hilft, Gefühle auszugleichen. Hierbei spielt sicher auch die durch Yoga erhöhte Konzentration des Neurotransmitters GABA eine Rolle, einem Botenstoff, der entspannt und die Stimmung bessert. (8)
 
Yoga oder Sport?
 
Natürlich haben auch andere Sportarten einen positiven Einfluss auf das menschliche Gehirn. Jede Form von Bewegung lässt sauerstoffreiches Blut im Körper zirkulieren, wodurch das Gehirn besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Doch die Kombination aus bewusster Bewegung, Atmung und Meditation scheint einen besonders förderlichen Effekt auf das Gehirn zu haben.
 
Ein Grund hierfür ist sicherlich die Stress-Reduktion durch Yoga. Dauerhafter Stress schädigt u.a. den Hippocampus (9) durch das ständig kursierende Hormon Cortisol. Stress abzubauen hat daher einen schützenden Effekt. Außerdem sorgt die bewusste Aufmerksamkeit beim Yoga in Verbindung mit körperlicher Bewegung dafür, dass sich neue Nervenzellen bilden und sich die Dichte der neuronalen Strukturen erhöht. (10)
 
Yoga ist somit ein regelrechter Gehirn-Booster. Dank Yoga sind wir achtsamer, unser Geist aufmerksamer und unser Gefühlsleben entspannter. Umso besser, wenn Yoga unser Gehirn zusätzlich vor den Spuren des Alters schützt und dafür sorgt, dass wir auch mit 80 noch konzentriert, geistig fit und gelassen durchs Leben gehen.
 
 
 
 

Recherche-Quellen:

(1) Garner, Malvina: „Struktureller Effekt im Gehirn durch Hatha-Yoga“. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Medizin (Dr. med.) der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes 2019. (1) S. 55.
(https://publikationen.sulb.uni-saarland.de/bitstream/20.500.11880/30840/1/Dissertation_Strukturelle_Effekte_durch_Hatha_Yoga_Garner_PDF_UKS.pdf)

(2 und 4) „Yoga for better mental health“. Erschienen am 12. Juni 2021 auf: Harvard Health Publishing der Harvard Medical School. (https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/yoga-for-better-mental-health)

(3) siehe auch: Garner. S. 54

(5) siehe auch: Garner. S. 9.

(6) siehe auch: Segal, Zindel V./ Williams, J. Mark G. / Teasdale, John D.: „Die Achtsamkeits-basierte Kognitive Therapie der Depression. Ein neuer Ansatz zur Rückfallprävention“. 2. Auflage. Tübingen: dgvt-Verlag, 2015.

(7) siehe auch: www.dasgehirn.info/handeln/meditation/warum-meditation

(8 und 9) siehe auch.: www.dasgehirn.info/handeln/meditation/die-neurowissenschaft-der-meditation

(10) siehe auch: Trökes, Anna und Knothe Bettina: „Yoga Gehirn. Wie und warum Yoga auf unser Bewusstsein wirkt“. München: O.W. Barth Verlag, 2010. S. 79.

 


Foto: „©️[peterschreiber.media]viaCanva.com“