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Der Weg aus der Krise

Die allgemeine Situation derzeit kann nerven. Sie kann die Stimmung gewaltig trüben. Sie kann wütend machen oder verzweifelt.

All diese Gefühle sind normal. Jeder von uns hat sie gelegentlich.

Doch vielleicht lohnt sich auch noch ein anderer Blick auf die Situation.

Ein Blick, der im ersten Moment vielleicht schwer fällt.

Mit Krisen umzugehen, ist alles andere als leicht.

Doch wir können es lernen.

1. Das Wichtigste ist Akzeptanz. Wenn man eine Situation nicht verändern kann, macht es nur noch mehr Kummer, sich dagegen zu sträuben und zu wehren. Das einzige, das hilft, ist sie bedingungslos zu akzeptieren, den inneren Widerstand aufzugeben.

2. Das heißt nicht, dass du jetzt freudig herumspringen musst oder dir selbst einreden sollst, dass alles in Ordnung ist.  Es ist okay, traurig darüber zu sein oder wütend, frustriert oder verzweifelt. Nimm deine Gefühle an. Jedes Gefühl ist in Ordnung und darf sein. Schenke dir selbst Mitgefühl, so wie du es bei einem guten Freund tun würdest.

3. Bleibe jedoch zuversichtlich. Vertraue deiner inneren Kraft. Du schaffst es, das durchzustehen. Irgendwann kommen wieder bessere Zeiten. Wann das sein wird, wissen wir nicht. Aber sie werden kommen. Ganz bestimmt!

4. In jeder Krise liegt auch eine Chance. Die Chance, sich selbst neu kennenzulernen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Das Leben ist selten perfekt. Und geradlinig verläuft es schon gar nicht. Höhen und Tiefen gehören zum Leben dazu. Auch wenn derzeit vieles anders verläuft als gewohnt, vielleicht ist jetzt die Gelegenheit, Dinge zu tun, für die du sonst nie Zeit hattest. Eine neue Sprache zu lernen. Dich online fortzubilden. Die Bücher zu lesen, die schon lange in deinem Regal auf dich warten. Überlege, was dir helfen könnte. Setze dir selbst Ziele. Und besinne dich auf das, was dir wirklich wichtig ist.

5. Versuche, die Perspektive zu wechseln, den eigenen Blickwinkel zu verändern. Egal, wie die äußeren Umstände sind, deine innere Einstellung dazu bestimmst nur du.

Warum das so wichtig ist, zeigt folgende Geschichte aus der Zeit Laotses:

'Im alten China lebte einst ein alter Mann.

Er hatte kein Geld, aber er besaß ein schönes Pferd. Andere Menschen wollten ihm dieses Pferd abkaufen. Doch er verkaufte nicht.

Eines Tages lief das Pferd fort. Alle Menschen seines Dorfes kamen, um den alten Mann zu bedauern und zu bemitleiden. Sie sagten: „Was für ein Pech. Warum hast du das Tier nicht verkauft? Du hättest viel Geld dafür bekommen.“

Doch er entgegnete nur: „Ist es Glück, ist es Pech – wer weiß das schon!“

Es vergingen ein paar Wochen, als das Pferd plötzlich wieder auftauchte. Es brachte eine ganze Herde schöner Wildpferde mit. Die Dorfbewohner kamen wieder zu dem alten Mann und beglückwünschten ihn zu dieser Wendung des Schicksals.

Doch dieser antwortete wieder: „Ist es Glück, ist es Pech – wer weiß das schon!“

Einige Tage später wollte sein Sohn die neuen Pferde zähmen. Dabei fiel er vom Rücken eines Wildpferds und brach sich beide Beine. Die Dorfbewohner rannten herbei und bedauerten den armen Mann und seinen Sohn. „Was für ein Pech du doch hast“, sagten sie. „Du hast so schöne Pferde – doch nun ist dein Sohn verletzt.“

Doch der alte Mann erwiderte nur: „Ist es Glück, ist es Pech – wer weiß das schon!“

Kurze Zeit darauf kamen Soldaten in das Dorf. Alle gesunden jungen Männer mussten mit ihnen kommen, um im Krieg zu dienen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb wegen seiner Verletzung zuhause.

Ist es Glück, ist es Pech – wer weiß das schon! '*

 

In diesem Sinne wünschen wir dir und deiner Familie ein besinnliches und vor allem gesundes Weihnachtsfest!

 

 

* Weisheitsgeschichte frei nacherzählt. Gefunden in: Maren Schneider: „Der Weg der Achtsamkeit.. Bewusstheit und Meditation im täglichen Leben.“ München: Knaur, 2009. S. 48.

 

Foto: "iStock.com/Kateryna Kovarzh"